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PECS

PECS (Picture Exchange Communications System) wurde Ende der achtziger Jahre von Lori Frost und Dr. Andy Bondy als alternatives Kommunikationssystem zunächst für autistische Kinder entwickelt - inzwischen nutzen es allerdings viele Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen.

Die Verwendung von PECS ermöglicht es den betreffenden Personen, Kommunikation im sozialen Kontext zu verstehen und zu initiieren. Der PECS-Anwender gibt eine von ihm ausgewählte Symbolkarte seiner Kommunikationspartnerin in die Hand und erhält im Gegenzug von dieser den gewünschten Gegenstand/die gewünschte Dienstleistung. Der Vorteil von PECS ist, dass zur Anwendung kein aufwendiges oder teures Material benötigt wird. Es wurde für PädagogInnen, TherapeutInnen, BetreuerInnen und Angehörige entwickelt und kann so in vielfältigen Zusammenhängen verwendet werden.

Sprache: Die betreffenden Menschen werden nach und nach dazu angeregt , Symbole zuzuordnen und in einfache bzw. später komplexere Sätze verbal umzuformen. Sprache ist nicht das Ziel, aber häufig das Resultat der PECS-Anwendung.

Die Arbeit mit PECS verläuft in sechs Phasen:

In der ersten Phase geht es um den körperlich/physischen Austausch. Ziel der Phase ist, dass der Schüler beim Wahrnehmen einer begehrten Sache das entsprechende Bildkärtchen (Symbol) nimmt und der Lehrerin/Kommunikationspartnerin in die Hand gibt.

In der zweiten Phase soll die Spontaneität des Schülers erweitert werden. Ziel dieser Trainingsphase ist, dass der Schüler zu seinem Kommunikationsbrett/-buch geht, das Bildkärtchen abnimmt, zur Lehrerin geht und ihr das Kärtchen in die Hand gibt.

In der dritten Phase geht es um die Unterscheidung von Bildern. Der Schüler soll die gewünschte Sache verlangen, indem er zum Kommunikationsbrett/-buch geht, das passende Bildkärtchen aus der Bildkärtchensammlung auswählt, zu seiner Kommunikationspartnerin geht und es ihr gibt.

In der vierten Phase steht die Satzstruktur im Vordergrund. In dieser Phase soll der Schüler vorliegende bzw. nicht vorliegende Sachen verlangen, in dem er einen Mehrwortsatz verwendet. Dabei soll er aus seinem Kommunikationsbuch das Symbol für „Ich möchte“ herausnehmen und es auf dem Satzstreifen befestigen, diesen dann aus dem Kommunikationsbuch herausnehmen, sich seiner Kommunikationspartnerin zuwenden und ihr diesen geben. Am Ende dieser Phase hat der Schüler in der Regel 25 – 50 Bildkärtchen in seinem Kommunikationsbuch und kommuniziert mit mehreren verschiedenen Kommunikationspartnerinnen.

In der fünften Phase soll der Schüler auf die Frage „Was möchtest Du?“ antworten. Das Ziel ist, dass er spontan aus einer Vielzahl von Sachen auswählen und so auf die Frage „Was möchtest Du?“ antworten kann. Weiterhin initiiert der Schüler so oft wie möglich.

In der sechsten und letzten Phase geht es um beschreibende und spontane Kommentare. Der Schüler soll angemessen auf Fragen wie „Was möchtest Du? Was siehst Du? Was hast Du da?“ antworten, wenn sie ihm gestellt werden, aber allmählich auch spontan kommentieren und seine Gefühlswelt bzw. Befindlichkeit mitteilen können.

Anmerkung:
Nachdem betroffene Personen meist männlich und betreuende Personen meist weiblich sind, verwende ich in der vorliegenden Kurzbeschreibung, wie auch in den PECS Kursen die Termini „Schüler“ und „Kommunikationsparterin“ bzw. „Trainerin“/“Lehrerin“.

Picture Exchange Communication System®, PECS®, and Pyramid Approach to Education® are the registered trademarks of Pyramid Educational Consultants, Inc.